MPU als Cannabispatient – Alles was du wissen musst!

Von Sedura Consulting
23.08.2023
5 Minuten zu lesen

In den letzten Jahren hat die Verwendung von medizinischem Marihuana in vielen verschiedenen Ländern an Bedeutung gewonnen. Viele Menschen verwenden medizinisches Cannabis als Teil ihres Behandlungsplans, um eine Vielzahl von Gesundheitsproblemen zu lindern. 

Dennoch können der Konsum und der Besitz von Marihuana trotz der ärztlichen Verordnung rechtliche Folgen haben. Dies betrifft insbesondere die Einnahme von Cannabis vor dem Führen eines Fahrzeugs. 

Es ist Pflicht, eine fachärztliche Untersuchung bei einer amtlich anerkannten Begutachtungstselle für Fahreignung zu absolvieren (FÄG) als Cannabis Patient durchzuführen. Dadurch soll die Fahrtauglichkeit bestätigt und ein missbräuchlicher Konsum ausgeschlossen werden. 

Meldet sich ein Cannabis Patient nicht bei seiner Fahrerlaubnisbehörde und kommt dann in eine Verkehrskontrolle, dann ordnet die Fahrerlaubnisbehörde nach der FÄG Untersuchung zusätzlich eine MPU an, um psychologische Eignungszweifel aus dem Wege zu räumen. Warum ist das so? Jeder Autofahrer hat die Pflicht, bei Krankheiten oder Dauermedikation dies zu melden, damit im Anschluss eine Überprüfung der Behörden stattfinden kann. Wird dies nicht gemacht, so muss ein MPU Psychologe dies dann im Anschluss überprüfen.

Erfahre in diesem Blogbeitrag alles über die MPU oder FÄG als Cannabispatient. Wir erklären, worauf du bei der Untersuchung achten musst und klären die Frage, ob es überhaupt notwendig ist, diese als Mariuhuna-Patient zu absolvieren. 

Ab wann MPU

Die MPU im kurzen Überblick

Die MPU ist ein Verfahren, mit dem das Fahrverhalten bzw. die Fahrtauglichkeit einer Person überprüft wird. Es handelt sich um eine medizinisch-psychologische Untersuchung, die von der Fahrerlaubnisbehörde angeordnet werden kann. 

Die Fahrerlaubnisbehörde wird eine MPU anordnen, um festzustellen, ob eine Person nach früheren Straftaten oder aufgrund anderer Faktoren (z. B. Drogenkonsum) noch die Leistungsfähigkeit zum Führen von Kraftfahrzeugen besitzt.  

Deine beste chance
Kostenloses Erstgespräch
Jetzt Termin vereinabren

Sind Cannabispatienten von der MPU betroffen?

Ja, auch Cannabispatienten können von der MPU betroffen sein. Der ärztlich verordnete Cannabiskonsum kann dazu führen, dass die Verkehrsteilnahme beeinträchtigt wird. 

Es wird insbesondere problematisch, wenn die Einnahme kurz vor dem Fahren erfolgt und sich die Wirkungen von Cannabis bei der Fahrt negativ auf die Fahrleistung auswirken. Ebenso auch, wenn ein Cannabis Patient es verpasst, der Behörde diese Informationen zuzuspielen. 

Auch wenn es erlaubt ist, Cannabis zu medizinischen Zwecken zu konsumieren, bedeutet dies nicht automatisch, dass man ohne Einschränkungen Auto fahren kann.

Wann ist ein FÄG für Cannabispatienten erforderlich?

Ein FÄG muss “jeder” Cannabis Patient positiv bestehen, erst danach darf ohne Bedenken am Verkehr teilgenommen werden. Dabei spielen die aktiv THC Werte überhaupt keine Rolle mehr. Die fachärztliche Untersuchung ordnet die Fahrerlaubnisbehörde an, sobald ihnen die Atteste übersendet worden sind, dass Krankheiten vorliegen und diese mit medizinischem Cannabis behandelt werden.

Wann ist eine MPU für Cannabispatienten erforderlich?

Eine MPU für Cannabispatienten kann notwendig sein, wenn sie gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen haben und der Verdacht besteht, dass ihr Vergehen durch die missbräuchliche Einnahme der Droge verursacht wurde. 

Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine Person beim Führen eines Fahrzeugs durch Marihuana beeinträchtigt wurde oder wenn sie Marihuana ohne das Attest des behandelnden Arztes konsumiert hat.

Ebenfalls ist eine MPU für Cannabis Patienten Pflicht, wenn sie im Vorfeld der Behörde alles verheimlicht haben und es dann erst herauskommt, nachdem man in einer Verkehrskontrolle positiv auf THC getestet wurde. Dies ist aktuell noch bei den meisten Menschen der Fall, da sie keine ärztliche Aufklärung bekommen haben, bezüglich dass sie die Informationen zur Fahrerlaubnisbehörde übersenden müssen.

Vorbereitung auf die MPU oder dem FÄG als Cannabis Patient

Sollte es dazu kommen, dass du trotz medizinischer Notwendigkeit deine Fahrerlaubnis aufgrund von Cannabis verlierst, ist es ratsam, die folgenden Schritte einzuleiten. 

Konsultiere einen Facharzt

Suche einen Arzt auf, der sich auf Cannabis-Therapie spezialisiert hat, und lass dich von ihm gründlich beraten. Ein sachkundiger Arzt kann dir helfen, den Cannabiskonsum richtig zu regulieren und dein Fahrverhalten somit anzupassen. Er wird dich über die dauerhaften Auswirkungen aufklären und dir einen verantwortungsvollen Umgang beibringen. 

Beantrage ein ärztliches Gutachten

Fordere ein medizinisches Gutachten (Attest) deines Arztes an, das bestätigt, dass du Cannabis aus medizinischen Gründen benötigst. Dieses Gutachten sollte deine Diagnose, die Behandlungsziele und die empfohlene Dosierung enthalten.

Abstinenznachweis 

In den meisten Fällen wird für die MPU als Cannabispatient keine Abstinenznachweise erforderlich sein. Bist du jedoch auch schon mal mit Alkohol oder anderen Drogen aufgefallen, dann benötigst du einen Abstinenznachweis von 6 oder 12 Monaten.

Verkehrstherapie:

Besuche eine Verkehrstherapie, um dein Bewusstsein für die Gefahren des Fahrens unter Cannabiseinfluss zu schärfen und deine Fahrgewohnheiten zu ändern. Wenn du eine solche Vorbereitung, spezialisiert für Cannabis-Patienten machst, hast du möglicherweise mehr Erfolg bei der MPU.

So kannst du die MPU/FÄG als Cannabispatient bestehen

Um die MPU als Cannabispatient bei den Begutachtungsstellen für Fahreignung zu bestehen, musst du unbedingt auf eine Reihe an Dingen achten. Dazu gehört in erster Linie der Besuch bei einem erfahrenen und professionellen MPU-Berater

Dieser unterstützt dich umfangreich bei der MPU-Vorbereitung. Darüber hinaus solltest du während der MPU ehrlich und offen alle Fragen des Gutachters beantworten. Hier ist Glaubwürdigkeit sehr wichtig. Zudem solltest du dich gut auf alle möglichen Fragen während des Gutachtergesprächs vorbereiten.

MPU- Vorbereitungskurs

Die Teilnahme an einem speziellen MPU-Vorbereitungskurs kann von Vorteil sein. Dort kannst du dich über den zeitlichen Ablauf der Untersuchung informieren und dich gezielt auf die einzelnen Bestandteile der Prüfung vorbereiten. Ebenso lernst du auch genau, welche Dokumente du alles erbringen musst.

Ehrlichkeit und Offenheit

Sei während der MPU ehrlich und offen. Bitte verschweige keine Informationen über deinen Cannabiskonsum oder die medizinische Notwendigkeit. Ziel der Führerscheinstelle ist es, sicherzustellen, dass du verantwortungsbewusst handelst und deine Fahrtüchtigkeit gewährleisten kannst.

Glaubwürdigkeit

Um die MPU zu bestehen, ist es wichtig, dass du deine Glaubwürdigkeit wahrst. Mache deine Motivation zur Veränderung deutlich und zeige klar, welche Maßnahmen du ergriffen hast, um sicher im Straßenverkehr zu handeln. Belege dazu deine Bemühungen mit entsprechenden Unterlagen wie: 

  • Ärztlichen Gutachten
  • Teilnahmebescheinigungen an Verkehrstherapien
  • Abstinenznachweisen  

Gutachtergespräch

Bereite dich gut auf das Gespräch vor. Sei darauf vorbereitet, eine Reihe von Fragen zu beantworten. Diese beziehen sich mit Sicherheit auf:

  • deinen aktuellen Cannabiskonsum
  • deine medizinische Vorgeschichte 
  • die Auswirkungen der Behandlung 
  • deinen zukünftigen Cannabiskonsum

Die MPU als Cannabispatient - dein Weg zum positiven Gutachten

Cannabispatienten können unter bestimmten Umständen aufgefordert werden, sich einer der MPU zu unterziehen, damit ihre Fahreignung überprüft werden kann. Um die besten Chancen auf ein erfolgreiches Ergebnis zu haben, ist es entscheidend, sich sorgfältig auf die MPU vorzubereiten. 

Konsultiere einen Facharzt, lass dich medizinisch untersuchen, besorge dir ggf. einen Abstinenznachweis und nimm an einem MPU-Kurs teil. Sei während der MPU aufrichtig, glaubwürdig und gut vorbereitet. Dank der erfolgreichen Kursteilnahme kannst du die MPU bestehen und deinen Führerschein trotz des medizinischen Cannabiskonsums behalten.

Jetzt informieren!
FAQ - Fragen und Antworten
Wie lange darf ich nach Cannabiskonsum nicht mehr Autofahren?
Sie müssen mindestens 24 Stunden nach dem Konsum von Cannabis warten, bevor Sie ein Fahrzeug führen. Das liegt daran, dass Marihuana Ihre Reaktionszeit, Konzentration und Koordination beeinträchtigen kann. Es ist wichtig, die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, um Unfälle zu vermeiden. Als Cannabis Patient sind diese Zeiten aber aufgehoben, das bedeutet, dass hier Wartezeiten von 1 -2 Stunden die Norm sind.
Was darf ich als Cannabispatient?
Als Cannabispatient ist es Ihnen erlaubt, medizinisches Marihuana im Einklang mit dem Gesetz und einer ärztlichen Verschreibung zu verwenden. Es ist wichtig, dass Sie die Gesetze und Einschränkungen in Ihrem Land oder Bundesgebiet beachten. Wenden Sie sich für spezifische Ratschläge und Informationen immer an Ihren Arzt.
Was muss ich als Cannabispatient mitführen?
Als Cannabispatient sollten Sie immer eine ärztliche Verschreibung und einen Nachweis über die Legalität der Verwendung von Cannabis zu medizinischen Zwecken vorweisen können. Dies geschieht, um Ihre Legitimität und Berechtigung zur Verwendung von Cannabis bei Bedarf zu belegen.
Ähnliche Artikel

Ähnliche Artikel