Kontrolliertes Trinken für die MPU

Von Sedura Consulting
02.11.2022
5 Minuten zu lesen

Alkohol am Steuer ist der häufigste Grund, warum Autofahrer zur medizinisch-psychologischen Untersuchung, auch MPU genannt, antreten müssen. Ihren Führerschein erlangen die Verkehrssünder nur dann wieder, wenn sie das Gutachten mit einem positiven Ergebnis beenden. Dies gelingt, wenn der MPU Prüfer nach dem Gespräch von deiner Fahrtauglichkeit überzeugt ist.

Der Begriff der MPU ist eng mit dem der Abstinenz verbunden. In vielen Fällen muss nämlich für die MPU ein Abstinenznachweis erbracht werden, der den Verzicht auf Alkohol und Drogen in einer bestimmten Zeitspanne dokumentiert. Ob du die MPU auch mit kontrolliertem Trinken statt einer Abstinenz erfolgreich bestreiten kannst, erfährst du in den folgenden Abschnitten.

MPU – ist eine Alkohol-Abstinenz erforderlich?

Über die Frage, ob eine Abstinenz über mehrere Monate eine Voraussetzung für das Bestehen der MPU ist, gibt es viele Unklarheiten. Fakt ist, dass nicht jeder MPU Teilnehmer, dessen Führerschein aufgrund von Alkohol entzogen wurde, einen Abstinenznachweis erbringen muss.

Ob du einen Abstinenznachweis erbringen musst und über welchen Zeitraum die Abstinenz stattfinden soll, entscheidet sich im Einzelfall. Wird dir eine schwere Alkoholproblematik nachgewiesen, ist die Abstinenz auf jeden Fall notwendig. Dies ist dann der Fall, wenn du mit mehr als 2,2 Promille im Straßenverkehr erwischt wirst oder bereits etwas älter bist.

Wird eine solche Alkoholproblematik nicht festgestellt, kannst du die MPU auch ohne Abstinenznachweis bestehen. Wenn es sich um einen einmaligen und weniger schlimmen Verstoß handelt, handelt es sich beispielsweise nicht um eine schwere Alkoholproblematik.

Wenn du also vor deinem Vergehen mit Alkohol am Steuer noch nie negativ im Straßenverkehr aufgefallen bist, stehen deine Chancen auf eine MPU ohne Abstinenz gut. In diesem Fall reicht ein kontrolliertes Trinken aus. Doch ist das wirklich sinnvoll – oder solltest du dennoch abstinent bleiben?

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Kontrolliertes Trinken – die Alternative zur Abstinenz bei der MPU

Was ist kontrolliertes Trinken?

Im Gegensatz zur Abstinenz kann beim kontrollierten Trinken über einen bestimmten Zeitraum immer noch Alkohol genossen werden. Der Alkoholkonsum findet in diesem Fall jedoch besonders selten und nur zu besonderen Anlässen statt. Außerdem wird der vollständige Alkoholrausch bewusst durch neue gelernte Strategien nicht erreicht.

Wurde keine Abstinenz angeordnet, kannst du die MPU auch bestehen, indem du deinen Alkoholkonsum einschränkst und dich an die Vorgaben zum kontrollierten Trinken hältst. Dabei herrscht das Prinzip der Selbstkontrolle, welches du jedoch ebenso ernst nehmen solltest. Denke immer daran, dass auch das kontrollierte Trinken mit einem Verzicht einhergeht.

Abstinenz oder kontrolliertes Trinken – das empfehlen die Experten

Wenn du dich zwischen kontrolliertem Trinken und Abstinenz entscheiden musst, ergeben sich unterschiedliche Vor- und Nachteile. Diese Vorteile bringt das kontrollierte Trinken mit sich:

  • Weniger Einschränkung im Alltag, da Alkohol in geringem Maße getrunken werden darf
  • Geringere Kosten, da keine forensischen Nachweise angefertigt werden müssen
  • Freiwillige Nachweismöglichkeiten, beispielsweise durch Vorlegen der Leberwerte
  • Erneute Kontrollen unter 0,5 Promille führt nicht wieder zu einer neuen MPU Anordnung

Im psychologischen Gespräch der MPU wird dir bezüglich deines Trinkverhaltens jedoch besonders auf den Zahn gefühlt, wenn du dich gegen die Abstinenz entscheidest. 

Um das Gespräch dennoch mit einem positiven Ergebnis zu beenden, lohnt sich eine passende MPU Vorbereitung, die ein Aufarbeiten der Vorgeschichte sowie das Einüben einer schlüssigen Argumentation beinhaltet.

Wird keine Abstinenz für die MPU vorausgesetzt, kannst dennoch freiwillig abstinent bleiben, um die Chancen auf Bestehen zu erhöhen. Für einige MPU Teilnehmer ist ein vollständiger Verzicht auf Alkohol im Rahmen der Abstinenz sogar einfacher zu bewältigen, da es eine klare Kontrolle gibt. Welche Variante du bevorzugst, hängt von deiner persönlichen Entscheidung ab.

Expertentipp:

Eine professionelle Einschätzung, ob ein kontrolliertes Trinken für das Bestehen der MPU ausreicht oder eine Abstinenz besser wäre, erhältst du bei einer MPU Beratung. Die MPU Experten können anhand deiner persönlichen Vorgeschichte genau erkennen, welches Trinkverhalten du in der Zeit vor dem Gutachten wählen solltest.

Sedura Büro

Expertentipp:

Eine professionelle Einschätzung, ob ein kontrolliertes Trinken für das Bestehen der MPU ausreicht oder eine Abstinenz besser wäre, erhältst du bei einer MPU Beratung. Die MPU Experten können anhand deiner persönlichen Vorgeschichte genau erkennen, welches Trinkverhalten du in der Zeit vor dem Gutachten wählen solltest.

Zeitraum und Leberwerte – so gelingt die MPU mit kontrolliertem Trinken

Entscheidest du dich für ein kontrolliertes Trinken vor deiner MPU, solltest du hierfür einen ausreichend langen Zeitraum von mindestens sechs Monaten einplanen. 

Bevor du mit dem kontrollierten Trinken beginnst, solltest du deine Leberwerte (GOT, GPT, GGT, MCV, CDT) bei deinem Hausarzt untersuchen lassen. Zwei bis drei Wochen vor deinem MPU Termin solltest du dieselben Leberwerte nochmals testen lassen.

Auch wenn die Vorlage der Leberwerte bei der MPU keine Pflicht ist, weisen sie dein kontrolliertes Trinken nach und erhöhen deine Chancen auf Bestehen der medizinisch-psychologischen Untersuchung. Auf diese Weise kannst du deine Argumentation zum kontrollierten Trinken ideal untermauern.

Fazit

Ob ein kontrolliertes Trinken für die MPU ausreicht, lässt sich nur individuell beantworten. Wurde die Abstinenz nicht angeordnet, ist ein Bestehen der MPU auch mit einem kontrollierten Trinkverhalten möglich.

Hierbei wird Alkohol nur selten und in geringen Mengen, beispielsweise zu besonderen Anlässen, genossen. Dennoch erhöht eine freiwillige Abstinenz deine Chancen auf Bestehen der MPU.

FAQ – häufig gestellte Fragen
Was bedeutet kontrolliertes Trinken MPU?
Kontrolliertes Trinken bedeutet, dass Alkohol zwar weiterhin konsumiert wird, jedoch nur sehr selten und nur an besonderen Anlässen. Ziel ist es bewusst, keinen vollständigen Rauschzustand zu erreichen.
Wann muss ich bei der MPU eine Abstinenz nachweisen?
In einigen Fällen ist der Abstinenznachweis notwendig für die MPU, in anderen Fällen nicht. Wenn man bei dir eine schwere Alkoholproblematik feststellt, ist eine mehrmonatige Abstinenz unumgänglich. Ist dies jedoch nicht der Fall, kannst du die MPU auch erfolgreich ohne Abstinenznachweis bestehen – beispielsweise wenn es sich um ein einmaliges Vergehen handelt.
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